Page 30 - Bürgerinformationsbroschüre Amt Peitz
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BR Peitz 2015.qxp:Layout 1 21.05.2015 11:28 Uhr Seite 28
FisCHer- unD FesTunGssTADT PeiTZ
Bürgermeister: Jörg Krakow
sprechstunde: im Rathaus Peitz, Markt 1
Tel. 035601 23103
donnerstags von 17:00–19:00 Uhr
stadtverordnete: Kay Ackermann, Siegfried Bothe,
olaf Bubner, Michael Böllsterling, Andreas Chrobot,
Horst Fillmer, Heinrich Gellner, Manfred Kiesling, Gerd Kutter,
Jürgen Lehnigk, Heike Leschniewski, Reiner Schreck,
Hendrik Schulz, Jens Villwock, Dietmar Walter,
Manuela Weichert-Glaser
einwohner: 4.387
Fläche: 1.337,73 ha
Im August 1301 wird Peitz als „pizne opid e castrum“ – Peitz Stadt und Burg –
erstmalig urkundlich genannt, im 14. Jahrhundert noch als Pyzne oder Peice er-
wähnt.
90 Jahre Freiwillige Feuerwehr Preilack 2014 Wegen kriegerischen Wirren in der böhmischen Lausitz stellen sich im Jahr 1431
die Schenken von Landsberg – Lehnsinhaber von Peitz – unter brandenburgischen
1848 und 1865 verließen insgesamt 47 Turnower ihre Heimat und siedelten nach Schutz. Mit der Unterzeichnung des „Gubener Friedens“ Pfingsten 1462 kommt
Übersee (Australien, Nordamerika) aus. Ein markantes Gebäude, wenn auch ein das Peitz-Cottbuser Gebiet (Herrschaft Peitz und Cottbus) zu Brandenburg und be-
Stück vom Dorfkern entfernt, ist die 1858 erbaute Holländerwindmühle, die seit fand sich bis 1806 als brandenburgische Exklave in der böhmischen, später sächsi-
1894 in Besitz der Familie Dubrau ist. Sie hat zwar keine Flügel mehr, dafür einen schen Mark Lausitz. Aus diesem Grund
in der Region einzigartigen Siloanbau. Zum Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) ließ Markgraf Johann V., auch Hans von
findet auch hier traditionell ein Mühlenfest statt. Die Mühle ist von der B 168 zu Küstrin genannt, in der Stadt Peitz im
sehen und der Spree- sowie der Gurkenradweg führen unmittelbar an ihr vorüber. 16. Jahrhundert eine Festung erbauen,
im Vorfeld dazu südöstlich der Stadt
OrTsTeil PreilACK umfangreiche Teiche anlegen und grün-
Am Grassumpf oder Wiesengrund gele- dete das Eisenhütten- und Hammer-
gen bedeutet der niedersorbische Na- werk.
me Pšiłuk der 1587 erstmals als Prey- Die Festung Peitz galt als „uneinnehm-
langk erwähnten Gemeinde Preilack. bar“. Ein großer Stadtbrand vernichtete
Tatsächlich ist der ort von Feuchtwie- 1610 Bürgerhäuser, Kirche und Rathaus.
sen umgeben. 1641 steckten schwedi- Während des Dreißigjährigen Krieges
sche Truppen das Dorf in Brand. Preilack (1618–1648) suchten viele Adlige, Be-
geriet von 1924 bis 1930 als „Brand- amte und sogar Äbte des Klosters Neu-
stifternest“ in die Schlagzeilen, weil zelle in Peitz Schutz. Auch der bran-
jährlich mehrere Scheunen, Stallungen denburgische Kurfürst Georg Wilhelm Festungsturm
und andere Bauten brannten. Von 1848 Freizeittreff und sein Hofstaat hielten sich einige
bis 1865 verließen 32 Erwachsene mit Monate in Peitz auf. Die kleine Stadt hatte die Ehre, kurz Hauptstadt von Bran-
Kindern ihren Heimatort und gingen nach Australien, Afrika und Nordamerika. Zeit- denburg zu sein. Die Festung Peitz hatte nicht nur eine rein militärische Funktion,
zeuge preußischer Verkehrsgeschichte sind die ehemalige Chausseegeldhebestelle sondern diente auch als Staatsgefängnis. Anfang des 18. Jahrhunderts kam es zur
und der preußischen Rundmeilenstein am ortseingang aus Richtung Peitz. Die Ein- Gründung des Königreichs Preußen, wozu Brandenburg als Kernland und damit
heimischen sprechen noch heute vom „Zollhaus“. auch Peitz gehörte. Mit Ausgang des Siebenjährigen Krieges verlor die Peitzer Fes-
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