Page 31 - Bürgerinformationsbroschüre Amt Peitz
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BR Peitz 2015.qxp:Layout 1  21.05.2015  11:28 Uhr  Seite 29










                                                                 den Betrieb auf. Nach Plänen des bedeutenden Architekten F. A. Stüler wurde 1854
                                                                 bis 1860 die neue evangelische Kirche errichtet.
                                                                 Am Ende des 19. Jahrhunderts stagnierte die städtische Entwicklung, erst in den
                                                                 1930er Jahren kam es mit der Ansiedlung von Gewerbetreibenden zu einem An-
                                                                 stieg der Bevölkerung und damit zu einer Erweiterung der Stadt. Während des
                                                                 Zweiten Weltkrieges blieben der Stadt größere Zerstörungen erspart. Nach dem
                                                                 Krieg fanden Menschen der Flüchtlingsströme in Peitz ein neues zu Hause und die
                                                                 Stadt wuchs erneut. Seit dem Kraftwerksbau und der Tagebauerschließung im
                                                                 Umfeld (um 1970) ist die Stadt wesentlich von der Kohle- und Energiegewinnung
                                                                 geprägt. Das Neubaugebiet entstand als Arbeiterwohnsiedlung. Nach der politi-
                                                                 schen Wende 1989/1990 kam es zur Schließung vieler Betriebe und zur Stillle-
                                                                 gung der Bahnlinie Cottbus-Grunow-Frankfurt (oder), aber auch viel Neues ist
                                                                 seitdem entstanden.
                                                                 Viele historische Gebäude der Altstadt wurden in den letzten Jahren saniert und
                                                                 das Stadtbild auch durch Maßnahmen einer zeitgemäßen Umfeldgestaltung we-
                                                                 sentlich aufgewertet. Der historische Stadtkern mit dem Markt, der Stadtkirche,
                                                                 der Malzhausbastei und der Festung laden zu einem Bummel ein. Der Festungs-
             Rathaus und Kirche am Markt
             tung strategisch an Bedeutung, so dass König Friedrich der Große den Befehl zur
             Schleifung (Abbruch) der Festungsanlage gab.
             Nach dieser Zeit siedelten sich in Peitz sächsische Tuchmacher an. Für deren Un-
             terbringung wurden teilweise ehemalige Festungsgebäude umgebaut. Andere Fes-
             tungswerke wurden als „Steinbruch“ genutzt, um die im Jahr 1758 bei einem
             Stadtbrand vernichteten Häuser neu zu errichten.
             Die Peitzer Tuchmacher entwickeln sich im 19. Jahrhundert so vorteilhaft, dass
             aus den Kleinbetrieben ein Industriezweig hervorging. Mit dem wirtschaftlichen
             Aufschwung entstand in Peitz ein völlig neues Stadtbild. Rathaus, Stadtschule und
             zahlreiche Bürgerhäuser wurden erbaut, die Eisenbahnlinien Cottbus-Peitz/ost-
             Guben-Frankfurt (oder) sowie Cottbus-Stadt Peitz-Grunow-Frankfurt (oder) nahmen


                                                                 Areal am Hüttenwerk (Foto Kliche)

                                                                 turm dient heute als Museum, wird für Trauungen und kulturelle Veranstaltungen
                                                                 genutzt, ist einmalige Kulisse des Weihnachtsmarktes am 3. Adventswochenende.
                                                                 Bekannt ist Peitz durch die Karpfenzucht auch als Fischerstadt. Das Fischerfest
                                                                 (zweites Wochenende im August) und der Fischzug (Ende oktober) gehören zu fes-
                                                                 ten Höhepunkten im umfangreichen Veranstaltungskalender. Die idyllische Teich-
                                                                 landschaft ist Anziehungspunkt für Entspannungssuchende und gleichzeitig
                                                                 Lebensraum für vielfältige und seltene Pflanzen und Tiere. Die Dämme zwischen den
                                                                 Teichen laden zu interessanten und erholsamen Spaziergängen ein. Mehrere über-
                                                                 regionale Radwege führen durch die Teichlandschaft und die Stadt Peitz, z.B. mit
                                                                 Anbindung zum Spreewald oder Schlaubetal.
                                                                 Im Eisenhütten- und Fischereimuseum, direkt auf dem Areal am Hälterteich, kön-
                                                                 nen Besucher viel Interessantes zur Geschichte und Gegenwart von Peitz erfahren
             Altstadt (Foto B. Schulze)                          sowie über die einstige Eisenhüttenproduktion und die Fischzucht.























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