Page 22 - Bürgerinformationsbroschüre Amt Peitz
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BR Peitz 2015.qxp:Layout 1 21.05.2015 11:28 Uhr Seite 20
AMTSANGEHÖRIGE GEMEINDEN & oRTSTEILE
GemeinDe DrACHHAusen sorbisches/wendisches leben
Die Pflege der sorbischen/wendischen Kultur ist für die Bewohner der zweispra-
Bürgermeister: Fritz Woitow chigen Gemeinde in besonderer Weise Herzenssache. Mit viel Engagement werden
sprechstunde: Gemeindebüro, Dorfstraße 20 a, die Traditionen von den Einwohnern aller Altersgruppen gepflegt. In der Kita er-
Tel. 035609 203 lernen die Kinder die sorbische Sprache und erleben ganzjährig die sorbischen/wen-
mittwochs von 18:30–19:30 Uhr dischen Bräuche. Die Fastnacht, das Aufstellen des Pfingstbaumes und das
Gemeindevertretung: Eckhard Balisch, Mike Duhra, Thomas Hannusch, Hahnrupfen sind nur einige Höhepunkte, die die Einwohner aller Altersgruppen ge-
Ronny Henke, Dieter Konzack, Doreen Krötel, olaf Ruben, meinsam begehen.
Christian Ulbricht, Denny Ulbricht, Berthold Unger
einwohner: 821
Fläche: 3.836,31 ha
Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung des ortes stammt vom 4. Mai 1504 als Hoen
Drußow. Bereits 1506 ist Drochoßen, 1641 Drachausen, 1652 Drauchhausen, 1765
Trachhausen und danach Drachhausen verzeichnet. Der sorbische/wendische Name
ochoz oder ochoza bedeutet „Umgang um ein zur Siedlungsrodung bestimmtes
Waldstück“. Drachhausen unterstand vom 16. Jahrhundert bis 1874 den Branden-
burgischen Ämtern Cottbus bzw. Peitz.
Die Landwirtschaft und auch die umliegenden großen Waldgebiete spielten für die
Bewohner immer eine besondere Rolle und waren stets eine Stütze des Lebens und
der Dorfentwicklung. Die Gemeinde am Rande der Lieberoser Heide setzt sich seit Das Sportlerheim
einigen Jahren für die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung der einst militä-
risch genutzten Flächen ein und unterstützt das Anliegen der INA. Drachhausen heute
Eine Besonderheit liegt auch in der Struktur des Dorfes, die von weiträumig an- Heute ist Drachhausen ein moderner und gepflegter ort mit einem vielseitigen
gelegten Grundstücken gekennzeichnet ist und einen deutlichen Zersiedlungs- Gemeinde- und Vereinsleben. Das internationale Folklorefestival Lausitz (alle zwei
charakter aufweist. Bereits die Ureinwohner von Drachhausen waren Wenden/ Jahre im Juli als Fest der Lebensfreude) und das SpreewaldRock Festival (Pfingsten)
Sorben, die Sprache und Kultur war in all den Jahren stark verbreitet. Erst nach haben einen festen Platz im Gemeindeleben und sind inzwischen weit über die Re-
1960 bekam der ort eine feste Straße gion hinaus bekannt.
von Cottbus. Im Rahmen der Dorfent- 2003 entstand ein modernes Gemeindekulturzentrum, in dem sich auch der Ju-
wicklung gab es Rückschläge, Brände gendclub und das Museum „Kolasko“ befinden. Besonders freuen sich die Einwoh-
oder die Folgen der Weltkriege mussten ner über das erst 2012 neu errichtete Sportlerheim. Direkt in Nachbarschaft zum
bewältigt werden. Aber auch viele po- Sportplatz gibt es auch einen Kinderspielplatz, der durch die Initiative vieler Eltern
sitive Dinge entwickelten sich, die Le- errichtet werden konnte.
bensbedingungen wurden besser. Seit Die Gemeinde erwarb 2011 die ungenutzte Gaststätte in der Dorfmitte. Durch das
August 1891 hatte Drachhausen eine Engagement der Gemeindevertretung und die große Eigeninitiative vieler Einwohner
Telefonverbindung, ersten elektrischen öffnete nach der Sanierung 2013 hier das Begegnungszentrum „Goldener Drache“.
Strom gab es ab 1922. Der ort zählte
1973 bis 1992 zum Kohleschutzgebiet,
was Bauverbot und eine ungewisse Zu- GemeinDe DreHnOW
Die Kirche kunft bedeuteten.
Bürgermeister: Erich Lehmann
Die legende vom Drachen sprechstunde: Gemeindebüro, Hauptstraße 24
Mitten im Dorf wird man direkt durch das Wappentier von Drachhausen recht Tel. 035601 802655, bm-dre@t-online.de
freundlich begrüßt. Der übergroße Drache wurde anlässlich der Wendischen Fest- dienstags von 17:00–18:00 Uhr
tage 1998 aus Beton gebaut und am Dorfanger aufgestellt. Um diesen Drachen Gemeindevertretung: Kerstin Bossenz, Tobias Fechner, Werner Frahnow,
ranken sich zahlreiche Sagen und Erzählungen. Gemeindearbeiter Wilhelm Ruhl er- Lutz Graske, Serban Haschke, Ina Keller, Sylvio Piepka
hielt vom Bürgermeister Fritz Woitow den Auftrag, für den Festumzug einen Dra- einwohner: 544
chen aus leichten Materialien zu bauen. Nach einer schlaflosen Nacht kam er auf Fläche: 1.094,66 ha
die Idee, den Drachen wie im Saurierpark in Klein Welka aus Beton und Eisen zu
bauen. Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister ging er nun mit dem Schlosser Geschichte
Manfred Lottra, der die Schweißarbeiten Die Gemeinde Drehnow wurde 1635 erstmals urkundlich erwähnt. Als typisches An-
übernahm, in mühevoller Kleinarbeit gerdorf ist der ort großzügig angelegt. Die ortsprägende Bebauung landwirt-
und mit weiteren Helfern ans Werk. schaftlichen Ursprungs mit Dreiseitenhöfen ist noch heute beiderseitig entlang
Dank Sach- und Geldspenden steht der der Dorfstraße erkennbar. 1400 als Drehnow in einer Urkunde erwähnt, weist das
Drache auf dem nachgestellten Du- Wort „dren“ (= roter Hartriegel) auf eine frühe Besiedlung der Sorben/Wenden
brauer Berg in der Dorfmitte und dient hin. Bronzezeitliche Werkzeuge belegen die ackerbauliche Nutzung. Bis zum Drei-
als Symbol und Beschützer der Gemein- ßigjährigen Krieg lag das Dorf auf einem flachen Sandrücken nahe der Malxe. Das
de. Der Dorfanger von Drachhausen ist jetzige Dorf entstand auch infolge der Hochwassergefährdung ca. 500 m nord-
durch einen Gebäudebestand aus der östlich. Das alte Dorf wurde nach 1750 völlig devastiert und der Standort acker-
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts baulich genutzt. 1574 bis 1832 gehörte der ort zum Amt Peitz, 1832 bis 1874
geprägt. Der Drache wieder zum Amt Cottbus.
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